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Angst
Vorweg: Angst ist nicht von vorneherein negativ.
Angstverhalten dient im “normalen” Rahmen der Selbsterhaltung und hat seinen biologischen Sinn. Hätten Lebewesen keine Angst, dann würde unsere Erde wohl nicht sehr bevölkert sein sondern all die “Selbstmörder” hätten “erfolgreich” jede Spezies ausgelöscht.
Zum Problem wird Angst/Angstverhalten wenn es nicht mehr angemessen ist.
Dazu kann es durch verschiedene Auslöser kommen.
-erlernt
- ererbt
-durch “Unwissenheit” (soziale Isolation/ ungenügende Sozialisation)
Bei Hunden gibt es die sogenannte “Wesensschwäche” (wobei die Gelehrten sich noch um die genaue Definition des Begriffs “Wesen” streiten, dieser aber ansonsten fleissig ge (miß-?)braucht wird), d.h. ererbtes nicht angepaßtes Verhalten, das muß sich nicht nur in Angst niederschlagen es kann auch z.B. Aggression betreffen.
Ganz wichtig ist hier: sorgfältige Auswahl der Elterntiere, auch als Nichtzüchter sollte man sich bei einem “Unfall” (der natürlich eigentlich gar nicht passieren sollte) SEHR gut überlegen ob es nicht besser ist, wenn die Welpen nie zur Welt kommen.
Aber auch hier: trainieren, trainieren, trainieren – denn man kann auch ererbtes Verhalten mit Erziehung noch beeinflussen, Hunde sind sehr lernfähig !
Nie die Flinte vorzeitig ins Korn werfen !
Ausserdem kann man sich ja auch vertan haben und es ist erlerntes kein ererbtes Verhalten
Erlerntes Angstverhalten durch schlechte Erfahrungen ist auch äußerst vielschichtig. Es kann ganz bestimmte Situationen/Menschen/Gegenstände betreffen, eine Kombination aus verschiedenen Dingen oder auch verallgemeinert worden sein, d.h. der Hund fürchtet sich “vor allem”.
Manche Hunde stecken schlechte Erlebnisse ganz gut weg und “verlernen” die Angst, manche haben da VIEL mehr Probleme.
Beispiel: Sheila ist vor Jahren an einen Elektrozaun gekommen, dahinter Pferde – sie hat immer noch Angst sowohl vor Elektrozäunen (auch ohne Pferde) als auch vor Pferden (aber nur vor Pferden HINTER einem Zaun)
Babsie ist früher in einer ähnlichen Situation gewesen und da hat das Meideverhalten gerade mal 3 oder 4 Wochen gedauert.
Oberstes Gebot ist hier: Geduld, Geduld, Geduld............ und den Hund nie trösten oder bedauern, das ist wie Lob fürs Angsthaben und macht alles nur noch schlimmer.
Ablenken und Alternativhandlungen etablieren im Endeffekt eine Desensibilisierung sollte das Ziel sein, auch wenn es oft schwer zu erreichen ist. Es sollte möglich sein ohne Einschränkung der Lebensqualität damit umzugehen.
Viele Hunde vom Tierschutz haben Angst vor Männern, die Vermutung liegt nahe, daß Männer leichter mal zuschlagen oder unangemessen hart sind, auch wenn der bestimmte Hund eben KEINE Nehmerqualitäten zum HARTEN (seufz) Schutzhund hat (zur Ehrenrettung der Männer: ich habe– wenn auch sehr wenig – Hunde kennengelernt die Angst vor Frauen und nicht vor Männern hatten)
Angst durch soziale Defizite, das ist eine echte “Heimsuchung”.
Geht es um fehlende Sozialisierung in der Prägephase (bis ca. 12. Woche), dann hat man extrem schlechte Karten, das kann man nie völlig kompensieren. In diesem Fall muß man lernen mit gewissen Beeinträchtigungen zu leben, denn den Hund in Situationen zu zwingen die in immer und immer wieder ohne Fortschritt überfordern ist Quälerei. Eventuell muß man sich sich von so einem Hund trennen, wenn man z.B. in der Großstadt wohnt und einen panischen Hund hat (es sei denn man kann aufs Land ziehen )
Hat der Hund einfach ein Erfahrungsdefizit, dann kann man mit harter Arbeit, Geduld und Kenntnis von Hundeverhalten viel erreichen. Aber wie gesagt: es ist viel Arbeit, darüber muß man sich klar sein.
Eine Sache die mir noch am Herzen liegt:
Man hört gelegentlich z.B. in Fernsehsendungen: Der Hund ist ängstlich, aber der würde NIE beissen. Leute, glaubt doch sowas nicht !!! Jedes Individuum hat seine Hemmschwelle, in diesem Fall die Schwelle wo Angst in Aggression ”umschlägt” und die GIBT es (auch wenn manche Hunde bestimmt sehr ”geduldig” in dieser Hinsicht sind, aber eben nicht bis zur kompletten Selbstaufgabe), solche Hunde gehören zu Hundekundigen und auf jeden Fall nicht in Familien mit kleinen Kindern.
Meine Meinung !
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