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 Dominanz

Dominanz

Ein paar Gedanken zu diesem viel gebrauchten und selten verstandenen Begriff:

Überlegen wir mal:

Ein Hund hört nicht – er ist dominant

Ein Hund geht laufen – er ist dominant

Ein Hund mobbt andere Hunde – er ist dominant

Ein Hund belästigt Besuch – er ist dominant

Ein Hund jagt – er ist dominant

Ein Hund stellt die Rangfolge in Frage – er ist dominant

 

Und, auch schon mal alle diese Begründungen für Dominanz gehört ? Ich ja.

Was sind die oben beschriebenen Hunde in den allermeisten Fällen in Wirklichkeit ?

Unerzogen + untertrainiert ! Punkt !

Ein Problemhund wird in den seltensten Fällen als solcher geboren, wir ziehen ihn uns heran.

Den geborenen Alpha, den gibt es – aber sehr selten. Der wäre dann dominant. Seine Haltung ist was für echte Kenner.

Aber der normale Durchschnittshund ist durchaus mit einer unteren Stellung im Rudel zufrieden, da lässt es sich bequem Hund sein, man ist nicht für das Rudel verantwortlich, sondern lebt das relativ stressfreie Leben eines einfachen Mitläufers.

Wenn unser Hund auf einmal beschließt sich aufzulehnen und uns anknurrt wenn wir ihn z.B. abtrocknen wollen/ von einer ihm wichtigen Sache wegziehen/ ihn von der Couch werfen etc., dann ist das nicht aus heiterem Himmel auf einmal so ganz plötzlich und völlig unerklärlich passiert, nein, der Hund hat vorher schon reichlich Signale gegeben, bloß wir haben sie nicht erkannt.

Einen Hund kann man nicht antiautoritär erziehen, es reicht nicht ihn liebzuhaben, man muß ihm eine feste Struktur bieten in der er leben kann.

Das bedeutet nicht, das wir hart sein sollen und ihn nicht liebhaben dürfen, sondern das wir sein hündisches Wesen berücksichtigen.

Ein Hund braucht Verhaltensregeln, wir müssen ihm Grenzen aufzeigen, ihm seinen Rang zuweisen.

Dafür hat er Anspruch auf ausreichend Bewegung, Beschäftigung, Futter und Ruhe – denn wir sind für ihn verantwortlich, wir sind seine Rudelführer, die dafür zu sorgen haben, dass es ihm gut geht. So ist unser Hund von seinem Wesen her “programmiert”.

Wenn wir uns hier profilieren und dabei die nötige Konsequenz und das erforderliche Quentchen Hundeverstand mitbringen, dann werden wir auch kein “Dominanzproblem” bekommen, sondern in Frieden und Freundschaft mit unserem Rudelmitglied leben können.

Und : Ein Hund kann lernen bis zur letzten Minute seines Lebens, es ist NIE zu spät, ganz wichtig auch für Hunde aus zweiter Hand. Ein Problemhund kann bei konsequenter hündischer Behandlung immer “gebessert” werden.

Es ist sehr einfach zu sagen: Der ist dominant ! und damit jede erdenkliche Unart entschuldigen zu wollen, so nach dem Motto: Ich kann doch nichts dafür, das ist unser Schicksal.

 

Es ist kein Schicksal, man kann daran arbeiten, auch wenn das Verhalten schon eingeschliffen ist. Günstig ist es sich dann fachliche Hilfe zu suchen. Es kann auch ein langer und manchmal harter Weg werden, bei dem man sein eigenes Verhalten in Frage stellen muß, seinen Umgang mit dem Hund von Grund auf verändern muss– aber es lohnt sich !

Was ist besser:

14 Hundejahre unter seinem Hund zu leiden oder ein entspanntes Teamverhältnis zu seinem Hund pflegen zu können und etwas zusammen unternehmen zu können ohne gleich vor bestimmten Situationen zittern zu müssen, weil man weiß: Das geht gleich wieder schief !

Hundebesitzer macht euch schlau -es ist zum Vorteil aller Beteiligten!

 

 

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