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Eine “heisse” Sache – die läufige Hündin
Immer wieder Anlaß zu Mißverständnissen: die Läufigkeit der Hündin
In einigen Büchern liest man z.B.: die Hündin hat ab dem 11. Tag ihre “Stehtage” (= die Tage an denen sie den Rüden “läßt”) oder die Hitze dauert 21 Tage usw.
Ich sage dazu: JEDE Hündin ist anders. Die grobe Richtung stimmt natürlich, aber es gibt deutliche individuelle Unterschiede.
Im Vorfeld gibt die Hündin Hinweise, daß es bald soweit ist, sie markiert häufig. Manchmal beginnt sie damit, dann hört es wieder auf und dann fängt sie wieder an, bis es dann endgültig soweit ist.
Einige Rüden interessieren sich schon etliche Tage vorher für unsere Lady, andere warten bis es sich “lohnt”.
In den allerersten Tagen kann noch nichts passieren, aber man sollte dennoch nicht nach dem Motto: “Kann ja noch nix passieren” unterwegs sein. Die Rüdenbesitzer werden in den meisten Fällen dankbar sein, wenn sie gewarnt werden und man den Kontakt nicht zuläßt.
Die Sache heißt “Hitze” oder “Läufigkeit”, letzteres mit GUTEM Grund, denn viele Hundedamen sind während dieser Tage im wahrsten Sinne des Wortes “läufig” = laufen weg. Auch Hunde die sonst SEHR gehorsam sind. Also wenn man noch nicht weiß wie die eigene Hündin ist: KEIN Risiko eingehen – anleinen !!
Es gibt die verschiedensten Reaktionen der Hündinnen:
Beispiel:
Mein erster Hund, eh schon nicht sehr begeistert von anderen Hunden, war während der Hitze völlig unleidlich, sie hätte KEINEN Rüden “drangelassen”.
Meine jetzige Hündin mag nur SEHR wenige “Kerle” und bleibt während der ganzen Zeit absolut zuverlässig im Gehorsam, auch wenn sie einen ihrer Favoriten trifft. Sheila wird “klassisch” alle 6 Monate heiss. Dennoch sage ich grundsätzlich den Rüdenbesitzern Bescheid und lasse keinen Kontakt zu. Denn so ein Rüde der “Blut gerochen” hat, der muß u.U. auch den Rest des Spaziergangs an der Leine bleiben und jault evtl. auch daheim noch voller “Liebeskummer”.
Die Hündin meiner Freundin, sonst ein sehr gehorsamer, zuverlässiger Hund, ist während der “Hitze” total “abgedreht. Die hat nur noch eins im Kopf “KERLE” und würde sobald sie einen riecht SOFORT abhauen und für keinen Pfennig (oder Eurocent) mehr hören, bei ihr ist demzufolge Leinenzwang angesagt. Dieses Verhalten hat sie schon in ihrer ersten Läufigkeit gezeigt. Die Hündin wird alle 8 Monate heiss.
Die Schäferhündin einer Hundebekannten konnte während ihrer ersten 2 Läufigkeiten mit den Rüden gar nichts anfangen und hatte keine erkennbaren Stehtage. Inzwischen hat sich das aber gewaltig geändert.Diese Hündin wird alle 5 Monate heiss.
Eine Freundin, Silvia, kann über ihre 3 Weiber folgendes berichten:
Mona:
Mona hasst generell andere Hunde, mag nur ganz wenige Rüden. Sie schnappt aber ab, sobald ihr einer ans Hinterteil will -ob läufig oder nicht.
Die Abstände der Läufigkeiten haben sich mit den Jahren ausgedehnt, sie ist nun mit über 13 Jahren bei alle 9 Monate angekommen.
Shari:
Shari ist sehr lange läufig, d.h. Blutungen über 3 Wochen. Stehtage auch lange. Bei ihr kann ich also nicht von der "Regel" ausgehen, dass sie ca. 10 Tage blutet und danach aufnahmefähig wäre. Ich gehe sicherheitshalber von einer wesentlich längeren Zeit aus.
Die Abstände lagen normalerweise bei 7 Monaten, sie hat aber voriges Jahr im Spätherbst die Läufigkeit verschoben, wurde dann erst im Januar heiß. Grad als ich den Pflegerüden hier hatte.
Sie würde sich wohl decken lassen -wenn ich nicht aufpassen würde. Aber bei Spaziergängen wird auch jedem Rüdenbesitzer gleich zugerufen, dass sie heiß ist. In unseren Spazier-Gebieten weiß sowieso jeder von jedem Hund, wer kastriert ist oder nicht, es wird dann auch Rücksicht genommen und die Rüden angeleint.
Shari ist hormonbetont. Bei Läufigkeit besteigt sie Faiza. Und umgedreht auch. Da kann es mal leichte Beissereien geben.
Faiza:
Läufigkeit genau wie bei Shari, also lange Blutung, 7 Monate-Turnus.
Anfangs wurde sie alle 5 Monate heiß. Alle 3 Hündinnen haben sich dann aber mit den Läufigkeiten angepaßt, wurden dann innerhalb von ca. 2 Wochen alle heiß. Das hat sich aber durch Mona verschoben.
Die gefährlichen Tage = Stehtage
Das heißt so, weil die Hündin, wenn sie einen Kavalier trifft steht wie ein Bock, den Schwanz zur Seite räumt = zur Seite/ oben hält und deckbereit ist. JETZT heißt es sehr vorsichtig sein !
Die Hündin meiner Freundin z.B. ist so extrem, die braucht keinen “Kerl” um zu “stehen”, da reicht es sie anzufassen. Ihre absolute Glanzleistung war: Es ist eine Hummel an ihrem Hinterteil vorbeigeschwirrt und die Hündin steht und nimmt den Schwanz zur Seite. Meine Freundin hat ihr dann erklärt, daß Hummeln und Hovawarte NICHT kompatibel sind. Diese Hündin “steht” teilweise schon am 8. Tag und dann bei besonders beliebten Interessenten bis zum 25. Tag. Ein absolutes Extrem, klar, aber auch sowas gibt es.
Bei meiner Hündin wird es ab dem 14. Tag “ernst”.
Wir sehen also: Jede Hündin hat ihren eigenen Ablauf und man muß erstmal feststellen wie der eigene Hund reagiert.
Noch ein Hinweis. Wenn die Blutung heller wird/ nachläßt – dann ist es nicht vorbei, dann wird es GEFÄHRLICH.
Wichtig zu wissen ist noch dieses:
Silvia hat die richtigen Worte gefunden:
Die Pyometra (Gebärmutterentzündung) tritt häufig kurz nach der Läufigkeit auf, weil während der Läufigkeit leicht Bakterien in den Uterus dringen können. Bemerkbar macht sich die Gebärmutterentzündung oft durch eitrigen Ausfluß (muß nicht !). Als sicheres Zeichen wird auch genannt, dass die Hündin merkbar viel trinkt -dieses Anzeichen fehlt allerdings bei vielen Hündinnen. Sichere Diagnose ist nur durch Röntgenbefund möglich. Das Blutbild ist meist unauffällig, außer einer Erhöhung der weißen Blutkörperchen. In manchen -schweren- Fällen zeigt sich auch eine Erhöhung des Harnstoffs.
Weiterhin werden einige Hündinnen nach der Läufigkeit scheinträchtig.
Auch hier greife ich gerne auf Silvia zurück (Danke !!)
Bei der Scheinträchtigkeit geht man ja davon aus, dass sie beginnt, wenn -falls gedeckt worden wäre- der Wurf käme.
Mona schafft es aber, gleich im Anschluß an die Läufigkeit scheinträchtig zu werden.
Faiza hält den 2monatigen Abstand ein. Beide Hündinnen bekommen dann auch Milch. Es gibt Mittel beim Tierarzt, die die Milchproduktion verhindern.
Am Verhalten zeigen sie die Scheinträchtigkeit unterschiedlich. Mona ist sehr unruhig im Haus, läuft von Schlafplatz zu Schlafplatz, weint und jammert und ist extrem anhänglich. Außerdem hat sie -endlich mal- keinen Appetit. Sie sammelt dann auch alle Quietschtiere als Welpenersatz ein. Man muß sie ihr also wegnehmen.
Bei Faiza habe ich homöopathisch mal gegengesteuert, weshalb ihre Scheinträchtigkeit deutlich reduziert wurde.
Sicheres Zeichen bei ihr ist, dass sie sich auf der Couch auf meinen Sitzplatz legt -wir haben normalerweise eine konstante "Sitzordnung". Faiza interessiert sich nie für Spielsachen, wenn sie scheinträchtig ist, holt sie sich aber immer ein bestimmtes Quietschteil, schleppt damit rum und verteidigt es. Dann weiß ich mit Sicherheit, dass sie scheinträchtig ist. Ansonsten ist ihr Verhalten unverändert, sie ist nicht unruhig, weint und jammert nicht.
Mein TA meint, Scheinträchtigkeit wäre ein ganz natürlicher Vorgang. Im Wildrudel gäbe es immer scheinträchtige Hündinnen für den Notfall, wenn die Alpha-Hündin einen Wurf hätte.
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